Nachdem wir wochenlang gefürchtet haben, dass dieser Film in unserer Gegend nicht gezeigt wird, hat es nun durch mehrfache Nachfrage eines Pflegevaters doch geklappt.

Zeitgleich mit dem Kinostart in Heide wurden wir Pflegeeltern vom Kreis Dithmarschen zu einer Vorstellung am 24.10. um 15 Uhr ins Meldorfer Kino eingeladen. Vielen Dank dafür.

Der Film zeigt meiner Meinung nach alle Seiten der Jugendhilfe.


Benni:

Ein neunjähriges Mädchen, rebelliert gegen alles: Schule, Erzieher und Mitbewohner… Denn eigentlich möchte sie nur eines, bei Mama wohnen, so wie ihre beiden jüngeren Geschwister auch. Sie flippt ständig aus, zerstört Gegenstände, bespuckt die Erzieher und ist selbstverletzend.

Mutter:

Noch junge, schwache Mutter mit einem Lebensgefährten der mit Benni gar nicht zurecht kommt. Eigentlich möchte sie schon für Benni sorgen aber sie traut sich die Verantwortung nicht zu. Sie macht Versprechungen, die sie nicht erfüllt, hält die Besuchstermine nicht ein und kommt wiederholt nicht zum HPG.

Sozialarbeiterin:

Sie verzweifelt am System… Niemand will Benni aufnehmen, 37 Absagen aus verschiedenen Pflegefamilien und Einrichtungen. Sie hat ein gutes Verhältnis zu Benni und versucht ihr bestes, scheitert aber auch an der fehlenden Mitarbeit der Mutter. Ihr wird fehlende Distanz vorgeworfen, aber sie bleibt bei ihrer guten Arbeitsweise.

Schulbegleiter:

Eigentlich ist er nur zur Schulbegleitung eingesetzt, aber bereits am ersten Tag bekommt er einen Ausbruch von Benni mit, der Benni wieder einmal in die Kinderpsychiatrie bringt. Er schlägt ein 1 zu 1 Projekt vor, dass die Beiden sehr zusammenschweißt, aber sein privates Umfeld gefährdet.

Pflegemutter:

Ehemalige Pflegemutter, die ihr Herz an Benni verloren hat. Sie möchte es noch einmal mit ihr versuchen. Liebevoll und warmherzig geht sie auf Benni ein, bis diese ein weiteres Pflegekind schwer verletzt.

Jugendhilfe Einrichtung:

Teils sehr gute Mitarbeiter, denen oft die Zeit fehlt für Benni. Teils genervte und überlastete Mitarbeiter.

Kinderpsychiatrie:

Immer wieder kurzfristige Aufnahmen in Krisenzeiten, nicht länger als 24 Stunden. Einzige Möglichkeit der Verbesserung wird in Erhöhung der Medikamente gesehen. Die Nebenwirkungen sind bekannt, werden aber in Kauf genommen.


Der Film ist absolut sehenswert und für Mitarbeiter in der Jugendhilfe, egal ob Pflegefamilie oder Einrichtung sehr zu empfehlen.


Systemsprenger im Kino Lichtblick Heide

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